Liebe Eltern,


Sie haben sich dazu entschlossen Ihr Kind in private Tagespflege zu geben. Eine gute Entscheidung, denn in keiner vergleichbaren öffentlichen Einrichtung erfährt Ihr Kind so viel Zuneigung und individuelle Betreuung und Förderung wie durch eine Tagesmutter.


Nachfolgend habe ich einige Punkte aufgeführt, die immer wieder zu Missverständnissen zwischen der Tagesmutter und den abgebenden Eltern führen.


Ich hoffe so schon im Vorfeld eines Betreuungsverhältnisses einige Unklarheiten aus dem Weg zu räumen bzw. vorzubeugen. So dass erst gar kein Grund für Unstimmigkeiten aufkommen kann.


Natürlich ist in einer Tagespflegefamilie auch vieles anders als zu Hause oder in einer Kinderkrippe. Eine Tagesmutter wird niemals ein Programm wie eine öffentliche Krabbelgruppe bieten. Die private Tagespflege versteht sich als familienergänzendes Angebot für berufstätige Eltern oder solche, die ihr Kind, aus welchen Gründen auch immer, zeitweise fremd betreuen lassen möchten/müssen.


Es ist also meine oberste Priorität den Kindern einen Platz in unserer Familie zu geben auf dem sie sich wohlbehütet, geliebt, sicher und geborgen - ja vielleicht sogar heimisch fühlen.


Das bedeutet, dass die Kinder, wie mein eigenen, in der Familie am Alltag teilhaben. Und zu einem normalen Familienalltag gehört neben dem gemeinsamen Spielen, Singen, Basteln und Spazierengehen auch das Einkaufen gehen, Kochen, Wäsche waschen, Bügeln, Putzen, aufräumen, Arztbesuche usw. gemeinsam wahrzunehmen.


Das soll nicht heissen, dass ich die Kinder ins Spielzimmer einschliesse, sich selbst überlasse und dann in Ruhe meinen Haushalt und meine Besorgungen mache, sondern, dass neben dem gemeinsamen Spiel auch die o.g. Dinge von den Kindern mit erlebt werden. Die Kinder profitieren erheblich von diesem normalen Familienalltag. Sie geniessen natürlich auch die gemeinsamen Aktivitäten, die trotz allem nicht zu kurz kommen.
Es kann nicht im Sinne einer normalen Erziehung sein, dass das Kind den ganzen Tag "bespielt" wird. Für die Entwicklung der Kinder ist es wichtig Erfahrungen im Spiel selbst und ohne Hilfe und Vorgaben zu sammeln was nicht heisst, dass die Tagesmutter nur als Wache bei den Kindern sitzt.


So kann es auch mal sein, dass wir aufgrund eines Ausfluges mittags ein schnelles Essen kochen, damit die Kleinsten trotz einem ausgiebigen Vormittagsprogramms noch rechtzeitig zu Ihrem Mittagsschlaf kommen.
Eine Tagesmutter mit mehreren Kindern lebt wie eine Grossfamilie und da geht nun mal nichts ohne Planung und genaue Absprachen. Deshalb ist es mir auch so wichtig, dass die Eltern die Bring- und Abholzeiten einhalten.
Denn im Winter mit 4 angezogenen Kindern im Flur zu sitzen, die alle quengeln weil es ihnen zu heiss wird, oder im Sommer im heissen Auto zu warten weil eine Mutter/ein Vater zu spät kommen ist mindestens genauso anstrengend für alle, wie die verfrühte Abholung eines Kindes mitten im Spiel oder Mittagessen. Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass den Müttern/Vätern auch einmal ein Stau, ein längeres Warten beim Arzt o.ä. das pünktliche Erscheinen bei der Tagesmutter erschweren kann, aber für diesen Fall gebe ich jeder Familie meine Visitenkarte mit auf der sämtliche Telefonnummern stehen über die ich im Notfall zu erreichen bin. Denn ich bitte Sie zu bedenken das auch Sie auf eine zuverlässige und pünktliche Betreuung angewiesen sind.
Häufig fragen mich Eltern, wie ich auf die Höhe der monatlichen Beiträge komme und warum nur ein Teil davon als Betreuungsgeld gilt, der Rest als sogenannte Betriebskostenpauschale und Verpflegungsgeld ausgewiesen wird. Nun, das ist ganz einfach.


Der Betrag, den Sie monatlich für die Unterbringung ihres Kindes zahlen ist nicht gleichzusetzen mit dem Verdienst der Tagesmutter. Der Verdienst ist der Betreuungsgeldanteil.


Die Verpflegungspauschale wird für die Nahrungsmittel und Getränke aufgebraucht, die das Kind bei der Tagespflegefamilie zu sich nimmt und mit der Betriebskostenpauschale werden die restlichen Kosten finanziert.
Dazu gehören u. a. Investitionen in Spielzeug, Bücher, Hochstühle, Kinderbetten, Bettwäsche, Bettzeug, Matratzen, Autositze, Fahrradsitze, Kinderwagen, Buggys, Lätzchen, Geschirr, Besteck, Bastelmaterial, usw. die alle einem wesentlich höheren Verschleiss unterliegen als in sogenannten "normalen" Familien und deshalb wesentlich öfter erneuert, repariert oder gekauft werden müssen.


Durch die Anwesenheit von wesentlich mehr Kindern im Haushalt steigen natürlich auch die Nebenkosten wie Strom, Wasser, Müllgebühren, Heizkosten, der Verbrauch an Putz- und Waschmitteln usw.
Nicht zuletzt die wichtigen und teilweise unumgänglichen Versicherungen der Tagesmutter, die ja nicht angestellt sonder selbständig tätig ist müssen davon bezahlt werden. Dazu gehören eine Haftpflicht-, eine Unfall-, eine Kranken- und eine Rechtschutzversicherung.


Alles in allem ist es mir aber wichtig noch einmal zu betonen das ich meinen Beruf gerne und aus voller Überzeugung ausübe und zwar nicht aus Geldgründen oder weil ich "zu faul" bin arbeiten zu gehen sondern weil ich es gerne mache!


Ich hoffe, dass ich mich damit bei dem Grossteil der abgebenden Eltern irre und denen, die bisher dem Irrglauben verfallen waren, dass eine Tagesmutter mit einem bisschen Spielen, Wickeln und Füttern bei den üblichen Betreuungssätzen reich wird, einen Anstoss zum Nachdenken gegeben habe.
Mit den herzlichsten Grüssen und in der Hoffnung auf ein langjähriges, erfolgreiches und für alle Seiten befriedigendes Betreuungsverhältnis.

Ihre Tagesmutter / Ihr Babysitter









Nicole
email: sansiera@yahoo.de

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